Innovation und Start-Ups im Gesundheitswesen mit Matthias Schwarz
Shownotes
Matthias Schwarz spricht über die Herausforderungen und Chancen von HealthTech-Startups im deutschen Gesundheitswesen. Im Fokus stehen der digitale Reifegrad der Branche, der steigende Innovationsdruck durch Fachkräftemangel und Finanzierungslücken sowie die Frage, warum Resilienz, Marktverständnis und Prävention entscheidende Erfolgsfaktoren sind. Ein Gespräch über Wendepunkte, Pflege als Innovationsfeld und warum HealthTech kein Sprint, sondern ein Marathon ist.
Themen
- Digitaler Reifegrad und Innovationsstau im deutschen Gesundheitswesen
- HealthTech-Startups: Erfolgsfaktoren, Resilienz & Marktverständnis
- Pflege als zukünftiger Innovationstreiber
- Prävention als unterschätzter Hebel der Gesundheitsversorgung
- Regulierung, Finanzierung & strategische Partnerschaften
**Credit **Host/Produzent: Martin Schmiedel, GFKD AG Schnitt: GFKD AG
Quellen (Auswahl)
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG):www.bundesgesundheitsministerium.de
- gematik: www.gematik.de
- Statistisches Bundesamt (Destatis) – Demografischer Wandel & Pflege: www.destatis.de
- Bitkom – Digitalisierung im Gesundheitswesen (Studien & Reports): www.bitkom.org
- Rocketing Healthcare Podcast – Innovationen & Startups im Gesundheitswesen: www.rocketing-healthcare.com
Transkript anzeigen
00:00:05: Sprecher 1 Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von 'Mensch Digital'.
00:00:09: Sprecher 1 Mein Name ist Martin Schmiedel.
00:00:11: Sprecher 1 Ich bin Vorstand der G.F.K.D.
00:00:12: Sprecher 1 AG und begleite seit Jahren Unternehmen, Behörden und auch Institutionen des Gesundheitswesens in ihren digitalen Transformationsprozessen.
00:00:22: Sprecher 1 In diesem Podcast spreche ich immer sehr gerne mit Menschen, die den digitalen Wandel mitgestalten, offen, praxisnah und mit dem Blick aufs Wesentliche,
00:00:31: Sprecher 1 Den Menschen hinter der Veränderung, denn ich bin überzeugt, Digitalisierung ist dann erfolgreich, wenn sie unser Arbeiten und Leben wirklich besser macht und nicht komplizierter.
00:00:42: Sprecher 1 Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mensch Digital.
00:00:46: Sprecher 1 Mein heutiger Gast ist Matthias Schwarz.
00:00:48: Sprecher 1 Mit ihm unterhalte ich mich darüber heute, wie Startups und Health Tech-Innovationen das Gesundheitswesen verändern und was es braucht, um aus einer guten Idee ein erfolgreiches Unternehmen zu machen.
00:00:59: Sprecher 1 Herzlich willkommen, lieber Matthias.
00:01:01: Sprecher 2 Ja, hallo lieber Martin, vielen lieben Dank für die Einladung und ja, ich freue mich auf unser Gespräch.
00:01:07: Sprecher 1 Ich auch, lieber Matthias, und weil du dich doch sehr viel besser kennst als ich dich, stell dich doch mal ganz kurz vor und erzähl uns, was du so machst und mit welchen Themen du dich gerne beschäftigst.
00:01:19: Sprecher 2 Gerne.
00:01:20: Sprecher 2 Ich versuche mich kurz zu halten, ich komme ja aus dem Vertrieb, das ist dann immer ganz schwierig, aber ja, 2 Themen.
00:01:26: Sprecher 2 Also Matthias Schwarz,
00:01:28: Sprecher 2 wie der Name schon sagt, bin knapp Mitte 50 Jahre alt.
00:01:32: Sprecher 2 in die In diesem Jahr werde ich 50 Jahre, also Mitte 50 und bin eigentlich ein Krankenkassenkind, bin in der Krankenkassenwelt groß geworden in verschiedenen Bereichen, hab da verschiedene Themen durchlaufen und da draus hat sich so ein bisschen dieses, ja dieses Feuer entwickelt für Innovationen im Gesundheitswesen und
00:01:51: Sprecher 2 und das habe ich dann angefangen eben mit Startups zu arbeiten, die zu beraten, die zu unterstützen bei dem Weg in den deutschen Gesundheitsmarkt, überwiegend in der DACH-Region mit Startups gearbeitet oder arbeite ich immer noch.
00:02:01: Sprecher 2 Dadraus hat sich inzwischen aus dieser Beratung 'ne Expertenplattform entwickelt, die nennt sich Health K.
00:02:07: Sprecher 2 V.
00:02:07: Sprecher 2 Lers.
00:02:08: Sprecher 2 Also kurzer Werbeblock an der Stelle, das heißt, da matchen wir Experten mit Startups.
00:02:12: Sprecher 2 Experten sind auf der Plattform, Startups kommen rein, haben Probleme, Lösungen und brauchen Unterstützung.
00:02:19: Sprecher 2 Und da mach ich dann das Netzwerk auf und versuch da zu helfen.
00:02:22: Sprecher 2 Und das zweite Thema, ich bin zusammen mit einem mit einem Co-Host, mit dem Peter Lutsch, machen wir seit jetzt 3 Jahren, gehen jetzt jetzt ins dritte Jahr, den Rocketing Health Care Podcast.
00:02:32: Sprecher 2 Also Podcast ist so ein bisschen auch mein Thema seit seit einiger Zeit, wo wir eben Innovation Startups vor das Mikro holen mit der Zielgruppe Health Care und da aber sehr breit von Pflege über Digital Health über sämtliche Themen im Gesundheitswesen.
00:02:45: Sprecher 2 Das mal so in der Kürze zu mir.
00:02:47: Sprecher 1 Ja, vielen herzlichen Dank.
00:02:49: Sprecher 1 Tatsächlich ist es ja so, dass ich als Externer, ich seh das so 'n bisschen, schon 'ne unglaubliche Komplexität in diesem Gesundheitssektor sehe und deswegen sehr wahrscheinlich da auch viel zu erzählen und zu berichten ist, ne.
00:03:05: Sprecher 1 Deswegen bin ich ja auch großer Fan von dem, was ihr da macht mit der Plattform und mit dem mit dem Podcast.
00:03:13: Sprecher 1 Kannst du vielleicht aus deiner Perspektive so 'n bisschen mal das Jahr 2026, was jetzt begonnen hat, wo wir uns gerade unterhalten, einordnen?
00:03:22: Sprecher 1 Was siehst du als die großen Themen im Gesundheitswesen und wie siehst du auch den, ich nenn das jetzt mal digitalen Transformationsstau, den ich da so wahrnehme, und die Wahrscheinlichkeit oder die Möglichkeiten, dass wir da auch mal 'n bisschen
00:03:41: Sprecher 1 weiter vorankommen oder schneller vorankommen.
00:03:43: Sprecher 1 So 'ne kleine Einschätzung von dir wär mir schon mal durchaus hilfreich.
00:03:48: Sprecher 2 Gerne, ich, ich versuch das mal, also wie gesagt, nicht vollumfänglich, ne, also gerne, wenn das jemand hört und hat noch Ergänzungen, dann gerne immer her damit für die Informationen.
00:03:58: Sprecher 2 Also meine meine persönliche Sichtweise ist da drauf, wenn man so ganz kurz noch 'n Blick zurückwirft, 24 stand K.I.
00:04:05: Sprecher 2 drauf, war aber relativ wenig K.I.
00:04:09: Sprecher 2 drin, 25 war
00:04:10: Sprecher 2 so 'n Zwischenschritt, so 'n Zwischenjahr, wo ich gemerkt hab, dass K.I.
00:04:14: Sprecher 2 doch stärker ankommt in der Gesundheitsversorgung, mit allen Vor und Nachteilen, ob es jetzt 'ne EPA ist, ob es andere digitale Lösungen sind, aber die Regulation dahinter und jetzt vorausschauend auf 26 und deine Frage zu beantworten, sehe ich schon, dass 26 aus meiner Sicht könnte das Jahr werden, wo sich die Gesundheitsversorgung nicht komplett, aber zumindest in die richtige Richtung dreht
00:04:39: Sprecher 2 und von da aus den Absprung schafft in ein neues, ich nenne es jetzt mal Zeitalter, fällt mir jetzt gerade kein anderer Begriff ein.
00:04:44: Sprecher 2 Das heißt, ich erwarte für dieses Jahr noch stärker das Thema Digitalisierung und einfach auch getrieben und ich glaube, da erzähle ich auch nichts Neues aus diesem Thema raus, Thema Fachkräfte in der Pflege, die Finanzierungsthemen, die dahinter stehen, ob es Krankenhaus ist, Krankenkassen et cetera.
00:04:59: Sprecher 2 Also, dass die Notwendigkeit da ist, dass der Druck da ist, der Leidensdruck.
00:05:04: Sprecher 2 wir reden ja inzwischen auch bei Fachärzten zum Beispiel über wieder 'ne Facharzttermin-Hotline, die zentral gesteuert wird, also lauter solche Themen und da brauchen wir digitale Lösungen und deswegen sehe ich 26 als richtungsweisend für 'ne stabile Gesundheitsversorgung für die Zukunft.
00:05:20: Sprecher 1 Und wir sind beide der Meinung, jetzt sind wir beide so 'n bisschen wahrscheinlich auch techy und freakig unterwegs, was das Thema Technologienutzung anbelangt.
00:05:31: Sprecher 1 ich glaube, es ist wirklich auch so 'n Turning Point, auch jetzt nicht nur im Gesundheitswesen, auch in der Verwaltung, im Zweifel auch in der in der Privatwirtschaft, im Mittelstand, wo die Leute gar nicht mehr an dem Thema vorbeikommen, Digitalisierung und Transformation und K.
00:05:44: Sprecher 1 I.
00:05:45: Sprecher 2 Oder absolut, also klar, also wenn ich jetzt nur auf den Privaten schaue, ne, also man macht ja so viel digital inzwischen und man ärgert sich, wenn man vorm Rathaus, also ne, ich bin mal gespannt, wie dieses Jahr läuft, ich muss meinen Reisepass verlängern, ich bin mal auf den Prozess gespannt.
00:05:58: Sprecher 2 Also ja, und wenn du da stehst und wenn du das siehst, auch in anderen Ländern, ne?
00:06:02: Sprecher 2 Also einfach die, die uns da meilenweit voraus sind in in diesen Themen, wo nur noch alles digital geht, wo du alles machen kannst.
00:06:10: Sprecher 2 Wie gesagt, manchmal brauchst du auch noch 'n Mensch, der dir hilft und das unterstützt.
00:06:13: Sprecher 2 Das steht völlig außer Frage, aber ich sag mal so, für die für diese alltäglichen Dinge, für die Masse einfach, ist es für mich persönlich, ja, ob ich da jetzt Techi bin, weiß ich nicht, aber mach ich das digital und
00:06:26: Sprecher 2 ja, wir brauchen das in sämtlichen Bereichen, ganz klar, aber in der Gesundheitswirtschaft vielleicht noch ein bisschen stärker, weil wir reden natürlich, also alle werden immer älter, wir reden von einer einer gleichbleibenden Versorgung, wenn man auch auf das Pflegethema guckt und da ich aus dem Feld komme, hab ich natürlich schon ein bisschen den Fokus drauf, vielleicht auch sag ich auch immer wieder mit der eigenen Intention dahinter im Alter und ich hab ja gesagt, na, ich gehe jetzt auf Mitte 50 zu.
00:06:52: Sprecher 2 werd nicht jünger, dass ich vielleicht 'ne für mich persönlich irgendwann auch Lösungen, die ich heute begleite, in Zukunft für mich nutzen kann, um mir den Alltag leichter zu machen im Alter und dann auch meine Familie und die Angehörigen zu entlasten.
00:07:04: Sprecher 2 Ja, also gewisser Selbstnutzen ist vielleicht auch dahinter, der mich anders.
00:07:08: Sprecher 1 So, ich wünsch, ich wünsch dir und mir viel Erfolg dabei.
00:07:12: Sprecher 2 Genau, genau, ne, die Hoffnung stirbt zuletzt.
00:07:15: Sprecher 1 Genau, sehr gut.
00:07:17: Sprecher 1 Lass uns vielleicht doch mit 'ner Rubrik
00:07:20: Sprecher 1 starten auch in unser Gespräch, die wir eingeführt haben bei Mensch Digital.
00:07:25: Sprecher 1 Die Rubrik heißt schnell gefragt, kurz geantwortet.
00:07:29: Sprecher 1 Ich würde dir gerne ein paar Schlagworte und Stichworte hinüberwerfen, die du dann möglichst kurz bitte beantwortest.
00:07:40: Sprecher 1 Wenn du einverstanden bist, starte ich damit mal auf jeden Fall.
00:07:44: Sprecher 1 Erste Frage: Ist das Gesundheitssystem offen genug für Innovationen?
00:07:52: Sprecher 2 Klares Ja, klares Ja, also ganz einfach Ja und Begründung auch nur ganz kurz, so wie ich es vorhin gesagt hab, ich glaub jeder hat erkannt, dass es ohne Innovation nicht geht.
00:08:05: Sprecher 2 Die finanzielle Thematik lass ich jetzt mal außen vor, also von dem her klares Ja, es hat glaub jeder verstanden, es geht nur noch in Zukunft mit Innovation.
00:08:13: Sprecher 1 Dankeschön.
00:08:14: Sprecher 1 Nächste Frage, können Start-ups echte Veränderungen bewirken?
00:08:20: Sprecher 2 Auch klares Ja, wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht haben, den Markt verstehen, mit den Nutzern gesprochen haben und 'n Durchhaltevermögen haben, gibt es schon Start-ups, wo ich denke, dass die auch 'n gewissen Gamechanger oder First-Mover-Ansatz haben.
00:08:39: Sprecher 1 Danke schön.
00:08:39: Sprecher 1 Nächste Frage: Ist eine Unternehmensgründung im Healthtech-Bereich, denk an deine ganzen vielen Start-ups, die du schon
00:08:49: Sprecher 1 beraten, betreut hast, ich wollt gerade sagen, deine ganzen Babys, die du schon begleitet hast, ist so 'ne Unternehmensgründung im Healthtech-Bereich besonders herausfordernd.
00:08:59: Sprecher 2 Auch klares Ja, wobei sicherlich in anderen Branchen, ob das jetzt ne Agrar ist oder anderen Themen oder Nachhaltigkeit oder Energie, sicherlich jeder sagen wird, ja die Branche ist besonders, aber ich würde einfach behaupten, aufgrund der Komplexität des Systems der verschiedenen
00:09:17: Sprecher 2 Player am Markt, wenn man sich das deutsche Gesundheitssystem anschaut.
00:09:21: Sprecher 2 Bloß die Regulation dahinter hat es für mich tatsächlich, ist es glaube ich schwieriger im Healthcare zu gründen, wie jetzt, ich sag mal im Foodbereich irgendwie 'n neues Getränk rauszubringen.
00:09:34: Sprecher 1 Ja, ich glaub da gehen wir gleich noch mal drauf ein, wenn wir im Laufe unseres Gesprächs noch mal die unterschiedlichen Themen vertiefen.
00:09:42: Sprecher 1 Ich würd noch 2 kurze Fragen stellen.
00:09:45: Sprecher 1 Wie schätzt du den digitalen Reifegrad der Gesundheitsbranche insgesamt ein?
00:09:51: Sprecher 1 Wir gucken auf Deutschland.
00:09:54: Sprecher 2 Mhm, ja, also von 'ner Skala von 1 bis 10 würd ich das so irgendwo bei 'ner 3 einordnen.
00:10:01: Sprecher 1 Aber noch Potenzial nach oben, dann wenn ich das richtig verstehe.
00:10:04: Sprecher 2 Genau, also wir sind nicht ganz unten, aber wie gesagt, wir sind auf dem Weg dahin.
00:10:10: Sprecher 1 Ja, gut,
00:10:12: Sprecher 1 Wann kommt das nächste deutsche Einhorn?
00:10:14: Sprecher 1 Also, Einhorn zur Erläuterung noch mal kurz, Bewertung von Investoren oder Kapitalgebern mit einer Milliarde Euro Firmenwert.
00:10:23: Sprecher 2 Wirklich 'ne spannende Frage und so spontan, ich könnte mir vorstellen, so in in 23 Jahren, vielleicht sogar aus dem Pflegesektor.
00:10:33: Sprecher 1 Mhm, O.
00:10:36: Sprecher 1 K.
00:10:36: Sprecher 1 Warum Pflegesektor, da frage ich jetzt mal direkt nach.
00:10:39: Sprecher 2 Ja, weil
00:10:40: Sprecher 2 zum einen, also das Thema demografischer Wandel, ne, wenn man sich diese diese Alterspyramide anschaut, wir gehen jetzt in Richtung, ne, also 2030 35, das heißt in 89 Jahren steigt ja die Zahl der Pflegefälle, plus die Angehörigen, also nimmt ja massiv zu.
00:10:59: Sprecher 2 Das Feld ist noch unbestellt, das ist auch so ein Thema, wo es noch nicht so viel Innovation gibt, weil es einfach bisher sehr, sehr schwierig.
00:11:06: Sprecher 2 war, das Thema zu platzieren, jetzt auch von der Regulationsseite her betrachtet.
00:11:11: Sprecher 2 Deswegen kann ich mir schon vorstellen, dass es da das ein oder andere Unternehmen gibt, die es schaffen, sowohl die Prozesse in Pflegeeinrichtungen gegenüber dem Pflegeangehörigen, also auch wieder allen Beteiligten, so zu straffen und so zu digitalisieren, dass dass der Effekt so riesig ist und
00:11:28: Sprecher 2 das dann eben auch zum Beispiel ausgerollt wird in die Schweiz oder in nach Österreich als ins Ausland und da sehe ich den größten Hebel gerade noch, weil da ist auch aus meiner Sicht noch der größte Digitalisierungsbedarf in dem Bereich.
00:11:40: Sprecher 1 Ja, vielen Dank für die Einschätzung, da bin ich mal gespannt drauf, wie sich das dann weiter weiterentwickelt.
00:11:46: Sprecher 2 Genau, wir hören uns in 3 Jahren noch mal, genau, schauen wir mal, haben wir es gefunden, habe ich recht oder nicht recht, ne, genau, genau.
00:11:54: Sprecher 1 Sehr gut.
00:11:55: Sprecher 1 Also ich vielen Dank erstmal für diese kurze Rubrik.
00:12:00: Sprecher 1 Lass uns da die ein oder andere Thematik noch mal vertiefen.
00:12:04: Sprecher 1 Wir haben gerade schon über das Thema Komplexität im Gesundheitssektor gesprochen.
00:12:10: Sprecher 1 Ich sehe auch immer sofort unglaublich viele Stakeholder, die natürlich auch mitsprechen wollen.
00:12:16: Sprecher 1 Du hast die Leute, die es bezahlen, also sowohl die Beitragszahler als auch dann die Krankenkassen.
00:12:22: Sprecher 1 du hast die, ich nenne die jetzt mal Leistungserbringer, die Krankenhäuser, du hast die Arztpraxen, du hast die Pflegeinstitutionen, insgesamt das Gesundheitswesen 'ne unglaublich komplexe Gemengelage aus unterschiedlichen Interessen, finanziellen Interessen, die auch mit reinspielen und natürlich auch Emotionen, weil es immer um das Thema Leben oder Tod am Ende geht.
00:12:51: Sprecher 2 Richtig.
00:12:51: Sprecher 1 Wenn wir nur über 'n Schnupfen reden, dann ist es nicht so dramatisch, aber tatsächlich ist das häufig der Fall.
00:12:59: Sprecher 1 So, jetzt komm ich her und sag, ich hab 'ne tolle Idee, um 'n Unternehmen in dem Gesundheitswesen zu gründen.
00:13:06: Sprecher 1 Ehrlicherweise muss ich sagen, du bist jetzt mein Berater, Matthias, du musst mir doch davon abraten.
00:13:13: Sprecher 1 Also, so bekloppt kann man doch gar nicht sein, entschuldige bitte meine Ausdrucksweise.
00:13:18: Sprecher 1 in dieses Segment reinzugehen und so 'n dickes Brett bohren zu wollen.
00:13:23: Sprecher 1 Warum machen das Menschen trotzdem und wie ist da, was sind so deine Erfahrungen, was sind so deine Geschichten, die du da drumherum erzählen kannst?
00:13:35: Sprecher 2 Ja, ja, also super spannend und.
00:13:38: Sprecher 2 Nein, ich würd natürlich nicht sagen, du bist bekloppt am Anfang, sondern ich würde einfach mit dir reingehen und schauen, also was ist es für 'ne Lösung, wie valide ist, reden wir über 'ne Skizze, reden wir, ist es rein emotional getrieben, ja und so weiter und das ist ja genau das, was ich auch mit den Teams mache, so 'n bisschen den Markt, ich sag mal, sondieren, Klarheit schaffen vor allem, ne, ich glaub, das ist, das ist mal wichtig.
00:14:04: Sprecher 2 Wenn du mich so nach Geschichten fragst oder auch so nach Motivationsgründen, also ich hätte dir vor vielleicht einem Jahr noch gesagt, überwiegend aus eigenem Antrieb raus, entweder selbst betroffen und mit der Gesundheitsversorgung nicht zufrieden oder im familiären Umfeld oder im Freundeskreis, wo dann auch viele von außen und ich glaube, das ist auch gerade das Spannende in den letzten 23 Jahren, dass viele, die nicht in diesen, in diesen
00:14:32: Sprecher 2 Globus groß geworden sind, so wie ich jetzt über Krankenkassen, ne, schon immer in diesem Feld, die von außen kommen, die bringen erstmal frischen Wind rein, sicherlich manchmal auch Ideen, die halt keine keine Existenzberechtigung haben, aber erstmal die Idee ist da, es bringt frischen Wind und viele sind halt, wie gesagt, emotional getrieben.
00:14:48: Sprecher 2 Das ist ein ganz großes Thema, was ich immer wieder gehört habe, auch bei uns im Podcast, wie bist du so zu diesem Thema gekommen, wenn du außerhalb vom vom Healthcare Bereich
00:14:58: Sprecher 2 bisher tätig warst in der Beschäftigung und da gibt es viele Menschen, die das dann, die dann was verändern wollen.
00:15:02: Sprecher 2 Also das ist auch so ein so ein Antrieb, die sagen, wir wollen die Welt einfach besser machen, die Gesundheitsversorgung besser machen, wo auch viele eben dann ihren Job kündigen, ja ihren, sagen wir mal, ganz klassischen Beruf, ihr Einkommen und sich da in dieses Abenteuer Start-ups stürzen.
00:15:17: Sprecher 2 Also habe ich auch riesen Respekt davor.
00:15:20: Sprecher 2 Was ich im letzten Jahr vor allem jetzt
00:15:23: Sprecher 2 wahrgenommen hab und das fand ich sehr spannend.
00:15:26: Sprecher 2 Es gibt inzwischen aus meiner Sicht ein zweites, ein zweites Klientel, nenn ich es mal, zweites Bild und zwar sind viele Ärzte, die auch aus einem sicheren Job kommen, die aber mit den Zuständen in ihrer täglichen Erfahrung unzufrieden sind.
00:15:42: Sprecher 2 Ja,
00:15:43: Sprecher 2 die sagen, also es kann ja nicht sein, dass ich hier ständig noch 3040% meiner Arbeitszeit mit Dokumentation handgeschrieben auf Zetteln, ne, bis hin irgendwie Kommunikation über WhatsApp oder sonstige irgendwie Themen nutze.
00:15:58: Sprecher 2 Und das hat, das fand ich sehr spannend, dass sehr viele Gründungen, vor allem im letzten Jahr, hatten wir auch einige Gäste bei uns im Podcast, die eben Ärzte waren und gesagt haben, es geht so nicht weiter.
00:16:07: Sprecher 2 Mhm, und das sind so die 2 Antriebe, also ne, die ich jetzt so
00:16:12: Sprecher 2 lokalisieren würde.
00:16:14: Sprecher 1 Und glaubst du, ist es zwingend 'ne Anforderung, 'ne Voraussetzung, sich im Gesundheitswesen auszukennen, um ein erfolgreiches Produkt oder eine Geschäftsidee zu platzieren?
00:16:28: Sprecher 2 Nee, also das ist nicht zwingend notwendig, wenn man mit einem gewissen Augenmaß hingeht, sich mit dem Markt beschäftigt, ne, wenn man sich vielleicht auch noch entsprechende Partner, also das muss jetzt nicht,
00:16:41: Sprecher 2 irgendwelche Berater sein oder ich sein, sondern vielleicht auch Mitgründer holt aus dem Umfeld, dann kann das helfen und ich finde schon, es ist machbar, weil auch da wieder so, wie ich es vorhin schon gesagt hab, der Blick von außen, ne, man ist ja so in seinem, kennen wir alle aus dem Arbeitsalltag, ne, so ein bisschen am täglichen Hamsterrad und manchmal so ein Schritt nach außen zurück mit dem Blick auf die Sache, sind die Prozesse noch richtig, ne, da tut es schon mal gut, wenn jemand von außen kommt und die durchleuchtet und dann aber eben sagt, O.
00:17:10: Sprecher 2 K., ich hab
00:17:12: Sprecher 2 das evaluiert, ich hab das mal besprochen, ich hab das mal getestet, pilotiert, wie auch immer.
00:17:17: Sprecher 2 Also klares Ja, jemand von außen kann schon auch 'n erfolgreichen Healthcare Startup gründen.
00:17:23: Sprecher 1 Was sind so die, sag ich mal, die gängigen Erfolgsfaktoren, die es braucht, damit auch 'ne Idee wirklich zu 'ner, ich nenn das jetzt mal zu 'ner Innovation, zu 'nem Produkt wird,
00:17:34: Sprecher 1 Was dann auch im Markt dauerhaft erfolgreich ist, weil ganz kurze Erläuterung für meine Frage: Ich merke immer wieder, und ich bin ja selber auch Gründer und Selbständiger.
00:17:45: Sprecher 1 nicht, dass dieses Thema neudeutsch Resilienz auch sag ich mal der lange Atem denk ich auch dann mal gerade im Gesundheitswesen von von enormer Bedeutung ist.
00:17:57: Sprecher 1 Kannst du das gerne bestätigen oder oder verwerfen, aber was gibt es noch so für für so Erfolgsfaktoren, die es unbedingt braucht, damit ich da reüssieren kann?
00:18:08: Sprecher 2 Also ich kann dich da erstmal nur bestätigen, um da 'n Haken dran zu machen und
00:18:13: Sprecher 2 Also für für mich sind mehrere Punkte, also zum einen Verständnis für den Markt ganz wichtig.
00:18:17: Sprecher 2 Also das, was du vorhin auch beschrieben hast, also wer ist, wer ist nachher im Endeffekt für was verantwortlich, wer bezahlt, wer ist der Entscheider, wer ist der Verordner.
00:18:25: Sprecher 2 Also diese, dieses Verständnis für den Markt haben, ich glaub, das ist elementar, ne.
00:18:31: Sprecher 2 Zweites Thema, wo ich immer sage, nicht bis zur Perfektion irgendwelche Lösungen treiben, sondern geht raus mit oder eure Idee und sprecht mit der Zielgruppe, wo ihr adressiert.
00:18:42: Sprecher 2 also sprecht mit denen, das Thema auch dann aufzunehmen.
00:18:46: Sprecher 2 Ich meine, das sind auch so klassische Themen auch in anderen Branchen, ne bei Startups einfach auch Feedbacks einzusammeln, diese Feedbacks einzuarbeiten, ernst zu nehmen und nicht zu sagen, ja ne, die wollen ja mir was Schlechtes, sondern wirklich offen, vielleicht auch mal im im Healthcare Bereich des Challengen, ja mit vielleicht auch mal mit einem relativ nahen Mitbewerber challengen.
00:19:05: Sprecher 2 Die Branche ist, glaube ich, schon so auch offen und und diskussionsfreudig, würde ich behaupten.
00:19:12: Sprecher 2 das sind erstmal so 2 Grundvoraussetzungen.
00:19:14: Sprecher 2 Dann, was du vorhin gesagt hast, Resilienz, wenn ich gründe im Healthcare Bereich, sollte mir klar sein, ist ist ja auch so ein klassischer Ausspruch, kein Sprint, sondern Marathon.
00:19:25: Sprecher 2 Wir reden da jetzt nicht nur vom vom Thema Regulation und Zulassungsprozesse und so weiter, sondern wir reden auch tatsächlich vom Thema Finanzierung.
00:19:33: Sprecher 1 Ja.
00:19:34: Sprecher 2 Ganz wichtig, also wie finanzierst du dich, wie finanzierst du deine Lösung, gehst du über Fördermittel, über also staatliche Fördermittel, gehst du über Investoren und dann da ganz, ganz entscheidend aus meiner Sicht, welchen Investor oder Investor hole ich mir an Bord.
00:19:50: Sprecher 2 Ja, hole ich mir ein Investor, der relativ schnell wieder ein Exit machen möchte, dann muss das klar sein, dann muss das auch für mich klar sein, ist auch nicht verwerflich.
00:19:59: Sprecher 2 also ne, persönlich meine Meinung, wenn jemand sagt, ich brauch 'ne Lösung und in 5 Jahren will ich 'n Exit, alles gut, wenn das so kommuniziert ist, aber du brauchst 'n Investor, der im Endeffekt diese Geduld hat, mit dir zu wachsen.
00:20:13: Sprecher 1 Und ich glaub, das ist tatsächlich auch ne, jetzt wieder sind wir wieder beim Thema Emotion, ne, ich hab ja, ich häng ja an meiner Idee, ich glaub ja dann da dran, dass das funktionieren wird, sonst würd ich, würd ich das nicht machen.
00:20:26: Sprecher 1 Jetzt kommt da so 'n Investor,
00:20:27: Sprecher 1 rein, weil ich hab den gewonnen, ne, und sagt mir jetzt aber, ja, lieber Herr Schwarz oder in meinem Fall, lieber Herr Schmiedel, wir gehen jetzt mal links rum und nicht rechts rum, wir ändern jetzt das Geschäftsmodell oder die Idee.
00:20:42: Sprecher 1 Also die Grundidee ist toll, aber um das jetzt zu vermarkten, müssen wir das und das machen.
00:20:46: Sprecher 1 So, wie geh ich da jetzt mit tatsächlich mit dieser Kritik um oder mit diesem Feedback als Gründer um,
00:20:53: Sprecher 1 tatsächlich gleichzeitig meine meine Idee, mein Baby behalten zu können und dann aber ja doch, weil ich hab mich im Zweifel verschuldet, Kredite aufgenommen, Investoren dran geholt, ne.
00:21:06: Sprecher 1 Ich muss ja irgendwie mein Leben finanzieren, die die anderen Rahmenbedingungen darf ich nicht vernachlässigen.
00:21:12: Sprecher 1 Wie gehe ich mit diesem Emotion Ratio Thema Thema um in Richtung kapitalistisches Vorgehen, kaufmännisch erfolgreich sein.
00:21:21: Sprecher 2 Ja, super Frage, manchmal gibt es vielleicht gar keinen Ausweg tatsächlich, wenn die, wenn die Fronten verhärtet sind, wenn der Investor sagt, ich brauche Renditen, je nachdem wo das Geld herkommt, ne, die sind ja auch wieder, also wenn es Private Equity ist, klar, dann kann man sicherlich anders sprechen, wie wenn es jetzt über einen Fonds kommt oder über Venture Capital oder sonst irgendwas, ne, weil da sind einfach wieder andere Finanzierungen dahinter und deswegen sag ich auch immer und das halt auch so ein wichtiges Thema, also ne,
00:21:51: Sprecher 2 bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, sich mit einem Investor wirklich gut auseinandersetzen, sich das anschauen, hilft nichts, wenn ich drin bin.
00:21:58: Sprecher 2 Ja, und ich bin getrieben aus aus finanziellen Gründen, aber da ist es wichtig im Vorfeld rein zu gucken, habe ich einen Investor oder habe ich einen strategischen Partner, also welche Rolle spielt der Investor, also die Rolle im Vorfeld glatt ziehen und wenn ich an dem Punkt komme, den du gerade beschrieben hast in der Frage,
00:22:16: Sprecher 2 da gibt es für mich, wie gesagt, nur noch 2 Lösungen.
00:22:18: Sprecher 2 Also zum einen wirklich mit dem Investor in den Austausch zu gehen, dann das übereinander zu legen und zu sagen, OK, also was hat der für ein Marktverständnis, hat der rein nur monetäre getriebene Ambitionen, dann muss ich mir entsprechend die Expertise reinholen, dann muss ich vielleicht auch Vergleichsbeispiele heranziehen, um einfach klarzumachen, so funktioniert es nicht.
00:22:38: Sprecher 2 Also und dann, wenn er vor die Wahl gestellt wird, würde ich mal behaupten,
00:22:43: Sprecher 2 also wir gehen das jetzt weiter und treffen uns vielleicht nicht links oder rechts, sondern in der Mitte.
00:22:47: Sprecher 2 Also ne, ich veränder was, ist OK, ich nehm ne deine Erfahrung aus dem Business mit, aber der Markt funktioniert so oder das ganze Ding geht halt im Endeffekt insolvent.
00:22:58: Sprecher 2 Ich glaube schon, dass man dann mit dem Investor reden kann, aber sicherlich nicht einfach und bereitet sicherlich auch den Thema Resilienz den Gründer, Gründerinnen schlaflose Nächte.
00:23:06: Sprecher 2 Deswegen ja, ähnlich ne,
00:23:09: Sprecher 2 wie bei der Eheschließung, man sollte sich halt frühzeitig binden, ne, frühzeitig prüfen, wer sich ewig bindet, so rum.
00:23:16: Sprecher 2 Ja, das ist, das ist ein ganz elementares Thema und das sind auch aus der Erfahrung raus genau die Punkte, die wo ich auch immer wieder gesehen habe, wo teilweise Lösungen dann einfach auch da dran gescheitert sind, die gut waren, die eigentlich eine Marktrelevanz hatten, aus meiner Sicht, weil einfach die Folgefinanzierung ne nicht gestimmt hat oder falsche strategische Entscheidungen getroffen wurden durch
00:23:39: Sprecher 2 eben Investoren im Hintergrund, weil die eben nicht den Markt verstehen und deswegen lieber mal vielleicht gucken, wie kann ich meine Runway anders verlängern mit 'ner Zwischenfinanzierung und wie gesagt, wo finde ich den richtigen Investor?
00:23:53: Sprecher 2 Also da lieber 'n bisschen mehr Zeit investieren in Research für 'nen richtigen Investor, der mich eben strategisch noch begleitet, der den Markt versteht.
00:24:02: Sprecher 1 War so 'n ganz wichtiger Erfolgsfaktor.
00:24:03: Sprecher 1 Schade, dass dann auch ja, wie du sagst, im Grunde genommen relevante Ideen nicht stattfinden, nicht zur Realität werden.
00:24:11: Sprecher 1 Wie würdest du deinen Erfahrungen nach da so die Erfolgsquote einschätzen?
00:24:17: Sprecher 2 Ja, also man sagt ja immer so 9 bis 10 9 von 10 Startups schaffen es nicht.
00:24:22: Sprecher 2 Ich würde sagen, so 3 von 10 schaffen es, ne.
00:24:25: Sprecher 2 Also so 'n bisschen positiver, genau, genau, 'n bisschen positiver.
00:24:31: Sprecher 2 sicherlich gibt es auch Lösungen, die dann sich noch mal verändern, die dann auch rechtzeitig dann vielleicht auch tatsächlich diesen Pivot schaffen und sich verändern, weil sie einfach sehen, O.
00:24:40: Sprecher 2 K., so funktioniert sich und sich dann den Markt Gegebenheiten noch mal anpassen, kann ja auch ein Erfolgsfaktor sein, ne am Ende des Tages, weil der Markt ist ja auch in Bewegung, haben wir Eingang drüber gesprochen, verändert sich massiv und sehr schnell auch mit den ganzen K.
00:24:53: Sprecher 2 I.
00:24:54: Sprecher 2 Themen im Hintergrund.
00:24:56: Sprecher 2 Ja, aber die Chancen sind, wie gesagt, wenn man so ein bisschen die Hausaufgaben macht
00:25:01: Sprecher 2 die Themen, die wir vorhin besprochen haben, ein bisschen beachtet aus meiner Wahrnehmung, ein bisschen realistisch ist, dann hat man, glaube ich, schon gute Chancen zu überleben und vielleicht ein wichtiger Punkt, da haben wir noch gar nicht drüber gesprochen beim Thema Investments, natürlich gibt es staatliche Förderung, kann man drüber nachdenken, es gibt Programme, es gibt gute Acceleratoren, Förder, die Förderlandschaft ist sehr vielfältig in Deutschland, jedes Bundesland hat ja seine eigene Förderkultur teilweise, aber auch da eben sich nicht
00:25:28: Sprecher 2 da drauf zu verlassen und auszuruhen, ne, sondern schon frühzeitig zu gucken, wo sind Folgeinvestoren, wie kann ich das vorher schon aufbauen, wie kann ich vielleicht auch 'n Investor in meinen Advisory Board frühzeitig auch einbinden, weil auch das hab ich jetzt schon öfters erlebt, dann läuft 'n Preseed aus, 'n Exist aus, wie sie alle heißen, so und dann so 'n paar Wochen vorher fängt man an nach Geld zu suchen und dann ist es manchmal auch schon zu spät.
00:25:53: Sprecher 1 Ja, ja, also
00:25:55: Sprecher 1 das Thema, das liebe Thema Geld, tatsächlich nicht zu unterschätzen, ist glaub ich 'n ganz wesentlicher Faktor.
00:26:01: Sprecher 1 Lass uns noch mal kurz, du hattest vorhin gesagt, in der Pflege siehst du große Potenziale, was jetzt die, ne, das nächste Einhorn, als wir drüber gesprochen haben, anbelangt.
00:26:11: Sprecher 1 Wo siehst du noch jetzt so die großen Themen, die du, die du gerade identifizierst oder wo du große Potenziale siehst im Gesundheitswesen?
00:26:24: Sprecher 2 Ich
00:26:24: Sprecher 2 im Bereich tatsächlich Prävention sehe ich noch riesen Potenziale.
00:26:28: Sprecher 2 Wir sind jetzt keine klassische Präventionsgesellschaft, es wird ja viel, also auch keine Selbstzahlerkultur wie in anderen Ländern und das Thema, also unser Gesundheitssystem ist ja ausgerichtet erstmal auf auf Versorgung im Krankheitsfall, ne, also jetzt nicht weil
00:26:45: Sprecher 2 bei Beamten im Beamtenrecht ist es noch ein bisschen härter, ne, aber es gibt schon Präventionslösungen, aber die sind ja, wenn man mal ehrlich ist, relativ gering.
00:26:53: Sprecher 2 Ja, die Eigeninitiative ist, glaub ich, auch relativ gering, auch Geld dafür in die Hand zu nehmen ist auch gering und da seh ich noch das größte Potential, bevor wir also an die Gesundheitsversorgung gehen, Prävention, um dann eben zukünftig andere Generationen schon so fit zu machen mit mit dem Gesundheitsverständnis, ne, also
00:27:14: Sprecher 2 da seh ich den Hintergrund, ja, da seh ich den Hebel.
00:27:17: Sprecher 2 Also vielleicht geht es nicht im Kindergarten, aber in der Schule schon mal auch das Thema und mein, ich hab selber Kinder und ganz offen, wenn ich das manchmal so sehe, also ne, also man redet doch mal von der Männergrippe, ohne ihr Klischees aufzumachen, aber die sind dann krank und die können sich manchmal selber gar nicht einschätzen, sondern gehen wegen jedem **** zum Arzt, auf gut Deutsch, ja, und belastendes System blockieren Zeiten für Menschen, die krank sind, wenn man da ein bisschen Gesundheitsverständnis schafft,
00:27:44: Sprecher 2 ja, dann glaube ich, ist auch schon viel gewonnen.
00:27:47: Sprecher 1 Ja, das ist doch schon mal ein guter Appell und das Thema Prävention ist, glaube ich, ist 'n unglaublicher Hebel auch für die Wirtschaft am Ende, ne.
00:27:55: Sprecher 1 Also das ist natürlich enormes, sag ich mal, Kostensparpotenzial für die Versorgung im Krankheitsfall und auf der anderen Seite ist es ja eigentlich auch gut für jeden von uns, ne, bisschen über die eigene Gesundheit nachzudenken und sogar, nenn mich bekloppt, was dafür zu tun, ja.
00:28:12: Sprecher 2 Genau, genau.
00:28:13: Sprecher 2 Absolut.
00:28:15: Sprecher 1 Wenn wir jetzt noch mal ganz kurz zu den Startups zurückgehen und nicht über die Fördermittel sprechen und nicht über die Investoren, sondern über die Kunden, dann reden wir über die Entscheiderinnen und Entscheider im Gesundheitswesen, die Dinge einkaufen: Lösungen, Services, Hardware, Software, Dienstleistungen.
00:28:34: Sprecher 1 Wenn du einen Appell oder einen Wunsch an diese Entscheider richten könntest, was wäre das
00:28:41: Sprecher 1 für 'n für 'n Wunsch oder wie würdest du das formulieren?
00:28:46: Sprecher 2 Ja, 'n Wunsch tatsächlich kommt 'n bisschen auf die Zielgruppe, aber wenn man es so in der großen Klammer fasst, seid mutiger, schaut euch mehr Innovationen an.
00:28:57: Sprecher 2 Muss ja nicht immer gleich heißen, dass alles eingekauft wird und challenge vielleicht mal bei euch intern im Unternehmen die Herausforderungen,
00:29:07: Sprecher 2 weil das ist auch immer so ein Thema, viele glaube ich, Unternehmen auf der anderen Seite wissen, sie brauchen Innovation, sie haben Innovationsstau, aber ich glaube, sie wissen gar nicht richtig, wo der Schuh drückt, um sich da vielleicht einfach mal klar zu werden und dann vielleicht auch noch so ein Wunsch, so ein zweiter kleiner Wunsch hinterher, man hat ja bei einer Fee meistens 3 Wünsche frei, genau, dann zu sagen, OK, also
00:29:32: Sprecher 2 nicht alles auf einmal, sondern fangt vielleicht auch mal in nicht in großen Schritten, sondern in kleinen Schritten an.
00:29:37: Sprecher 2 Also man sieht ja oftmals auch solche Veränderungen, gerade jetzt auch, ich sag jetzt mal im klinischen, im pflegerischen Einsatz, dann wird gleich über die komplette Software nachgedacht und ein neues System eingeführt, wo ich sage, geht doch lieber mal auch kleine Schritte, pilotiert mal, testet es aus.
00:29:54: Sprecher 2 Das wäre ein Wunsch, da ein bisschen mehr mutig zu sein und einfach auch mal sich gegen Widerstände durchzusetzen und sagen, so, wir machen das jetzt, wir probieren das,
00:30:02: Sprecher 2 mit der Gefahr, dass es nicht funktioniert, aber dann hab ich 'n Erfahrungswert und dann weiß ich, O.
00:30:06: Sprecher 2 K., dass mein bestehendes System verlässlich ist.
00:30:08: Sprecher 2 Punkt.
00:30:10: Sprecher 1 Ein schöner Appell, Matthias, vielen Dank dafür.
00:30:13: Sprecher 1 Ich unterstütze den zu 100%, Also das finde ich, finde ich sehr, sehr gut.
00:30:18: Sprecher 1 Vielleicht hört das ja die eine oder andere Entscheiderin oder Entscheider im Gesundheitswesen und ergreift die Initiative und fasst den Mut, das das zu tun.
00:30:29: Sprecher 1 Wir müssen den Mut fassen,
00:30:31: Sprecher 1 schon leider in Richtung Ende unseres Gespräches zu kommen, lieber Matthias und da gibt es eine wunderbare Rubrik, die heißt Entweder-Oder.
00:30:40: Sprecher 1 Da würde ich dir jetzt gerne mal wieder Stichworte vorgeben, die mit einem Oder verbunden sind und du darfst dich entscheiden, wenn du kannst.
00:30:50: Sprecher 1 Ich würde diese Rubrik mal mit dir starten, wenn du bereit Ja.
00:30:54: Sprecher 2 Ich bin gespannt und ich bin bereit.
00:30:57: Sprecher 1 Genau, dann starten wir Entweder-Oder.
00:30:59: Sprecher 1 Innovation
00:31:01: Sprecher 1 oder Regulierung.
00:31:03: Sprecher 2 Ich würde hier das Oder tatsächlich direkt zu Beginn als Und ersetzen.
00:31:07: Sprecher 2 Also es geht Innovation geht halt leider in Deutschland ohne Regulierung nicht, deswegen also gehört beides zusammen und ist bespielt sich gegenseitig.
00:31:18: Sprecher 1 Gut, danke.
00:31:19: Sprecher 1 Startup oder Konzern?
00:31:22: Sprecher 2 Startup, warum schneller, agiler
00:31:30: Sprecher 2 und ja, ja, einfach schneller und agiler.
00:31:35: Sprecher 2 Ich glaub, das das beschreibt es ganz gut, kann ja 'n Konzern werden, aber die Startup Mentalität vielleicht dann auch in den Konzern mit rüber nehmen.
00:31:43: Sprecher 1 Ja, O.
00:31:45: Sprecher 1 K.
00:31:45: Sprecher 1 gut, also dann natürlich auch 'ne emotionale Nähe zu den zu den Themen.
00:31:50: Sprecher 1 Genau, schnelles Wachstum oder nachhaltige Entwicklung?
00:31:55: Sprecher 2 Nachhaltige Entwicklung.
00:31:58: Sprecher 1 Antwort, lassen wir so stehen.
00:31:59: Sprecher 1 Krankenversorgung oder wir hatten es gerade schon, Gesundheitsprävention.
00:32:06: Sprecher 2 Da würde ich auch sagen, Gesundheitsprävention vor Gesundheitsversorgung.
00:32:10: Sprecher 1 Sehr gut.
00:32:12: Sprecher 1 Tech-Fokus oder Patientenfokus?
00:32:14: Sprecher 2 Patientenfokus.
00:32:18: Sprecher 1 Hast du das Gefühl, so 'n bisschen so 'ne abschließende Frage, dass wir in Deutschland diesen Patientenfokus haben und
00:32:27: Sprecher 1 oder reden wir häufig und jetzt nehm ich wirklich noch mal alle in einem Topf, jetzt nehmen wir die Politik noch dazu, reden wir häufig über das, was nicht geht, wenn es um Regulatorik geht, oder reden wir häufig über die tolle Technologie, vergessen dabei aber häufig den Patienten.
00:32:44: Sprecher 1 Ist das so 'ne Tendenz, die du, die du auch siehst oder sagst du, nee, wir sind hier super unterwegs, was was anbelangt.
00:32:53: Sprecher 2 Nee, also so wie, wie
00:32:55: Sprecher 2 der erste Punkt von dir beschrieben, ich sehe das eher so, dass natürlich sehr viel mit Regulation gearbeitet wird, dann wird sehr viel mit Datenschutz gewedelt, ne sag ich immer und ich glaub das ist auch so eine Mentalitätsfrage bei uns, dass man sagt, Datenschutz, klar, es geht um schützenswerte Daten, Gesundheitsdaten, Punkt, es gibt aber halt auch Chancen und wir sehen halt immer erst die Probleme oder die Schwierigkeiten und dann die Chancen und wenn man alle zusammenfasst, es ist dann doch
00:33:23: Sprecher 2 Lobbythema, nur in Anführungszeichen und der Patient steht meines Erachtens nicht im Fokus.
00:33:32: Sprecher 2 Und auch nicht ganzheitlich betrachtet, vielleicht noch ergänzend dazu und schön, dass ich noch mal einhake, aber wir bewegen uns dahin, aber bisher war es ja immer so, jeder hat in seinem Sektor den Patienten geheilt, begleitet, therapiert, was auch immer.
00:33:45: Sprecher 2 Man hat aber nie dieses gesamte Konstrukt gesehen, also ne, also was hängt miteinander zusammen, was sind Einflüsse und
00:33:51: Sprecher 2 und ich glaube, das ist auch noch 'n wichtiger Hebel und da steht der Patient, wie gesagt, noch nicht so 100% im Fokus.
00:33:57: Sprecher 1 Wär ja auch noch mal 'n zweiter Appell, den wir hier noch mal an die Hörerschaft auch richten können, ne, lass uns mal mehr, ja, den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
00:34:05: Sprecher 1 Also unser Format heißt auch Mensch Digital, wir müssen 'n Mensch, der das Thema digitale Transformation, Innovation auch im Gesundheitswesen auch mit voranbringt.
00:34:14: Sprecher 1 Deswegen, lieber Matthias, vielen Dank für das tolle Gespräch.
00:34:17: Sprecher 1 Hab wieder viel gelernt heute Nachmittag über
00:34:21: Sprecher 1 das Thema Innovation im Gesundheitswesen über Startups, über Resilienz, über das, was wichtig ist, um in diesem ja unglaublich komplexen Markt auch zu bestehen und zu überleben.
00:34:35: Sprecher 1 Deswegen vielen Dank, lieber Matthias, für das tolle Gespräch bei Mensch Digital.
00:34:40: Sprecher 2 Ja, ich sag danke noch mal für die Einladung, für das Gespräch, hat mir Spaß gemacht, sehr kurzweilig.
00:34:45: Sprecher 2 Ja,
00:34:45: Sprecher 2 und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Podcastformat, lieber Martin.
00:34:48: Sprecher 1 Ja, danke, das gebe ich Ihnen gerne zurück.
00:34:52: Sprecher 1 Alle Infos und Links zur Folge finden Sie in den Shownotes.
00:34:54: Sprecher 1 Wenn Ihnen unser Podcast gefällt, dann abonnieren Sie uns gerne und geben uns eine Bewertung.
00:34:59: Sprecher 1 Unser Format heißt Mensch Digital und ist die erfolgreiche Gestaltung unserer Arbeits-, Lebens und Lernen und auch der Gesundheitswelten ein wichtiger Antrieb.
00:35:08: Sprecher 1 Deswegen verabschiede ich Sie gerne und bedanke mich bei Ihnen fürs Zuhören, Zuschauen, bei einer Digitalisierung.
00:35:14: Sprecher 1 Bleiben Sie
00:35:15: Sprecher 1 menschlich.
00:35:15: Sprecher 1 Dankeschön.
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